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Die wichtigsten Regeln der Bild­komposition

Dafür, was die Mehrheit von uns als „schönes oder interessantes Bild“ empfinden, gibt es Regeln. Mit der richtigen Bildkomposition wird nicht nur deine Bildsprache attraktiver. Du kannst damit auch deine Geschichten besser erzählen.

Die Bildgestaltung liegt meistens in der Hand des Kameramannes. Im Hinblick auf die Dramaturgie bestimmst Du auch, was wo im Bild zu sehen ist. 

Inhalt

Bildkomposition für Videos

In einer idealen Welt ist jedes einzelne Filmbild so gekonnt arrangiert, dass es als Foto in einer Kunstgalerie hängen könnte. Zugegeben, bei 24 Einzelbildern pro Sekunde kein einfaches Unterfangen.

Grundsätzlich unterscheiden sich die Regeln der Komposition von Bildern für Fotos, Film oder Video nicht. Auffälligster Unterschied zwischen Standbild und bewegtem Bild sind allerdings zwei Faktoren

Seitenverhältnis

Das Seitenverhältnis von Foto und Video kann unterschiedlich sein. Während eine Fotografie ein beliebiges Verhältnis von Breite zur Höhe haben kann, werden Videoaufnahmen in der Regel mit einem Seitenverhältnis von 16 : 9 aufgenommen.

Bewegung

Bei der Bildkomposition einer Fotografie muss nicht auf die Bewegung geachtet werden. Ein Foto hat, anders als ein Videobild, am Anfang kein anderes Aussehen als am Ende. Das macht die Gestaltung des Fotos einfacher.

Zwei-Drittel-Regel

Eines der Grundprobleme, wenn du Menschen im Bild hast, ist die Kollision der Größe einer Person mit dem horizontal ausgerichteten Filmbild. Drehst du für soziale Medien im Hochformat, hast du dieses Problem nicht. In allen anderen Fällen hast du nur zwei Optionen:

Entweder du besten Bildausschnitt für deine Komposition so, dass die Person sehr klein ist. So bekommst du sie von Kopf bis Fuß in dein horizontales Bild. Oder aber der Ausschnitt des Videobildes schneidet der Person einen Teil ihres Körpers ab.

Darum: Wenn es eine einzige Regel gibt, die du kennen musst, so ist das die Zwei-Drittel-Regel. Sie ist einfach zu verstehen und anzuwenden. Funktionieren tut sie wie folgt:

Das Bild wird gedanklich in drei identische horizontale und vertikale Bereiche unterteilt. Die Zwei-Drittel-Regel besagt nun, dass alles, was für die Erzählung oder das Bild aussagekräftig ist, von zwei dieser drei Bereiche (also 2/3) abgedeckt werden muss.

Die meisten Kameramänner weltweit folgen, bewusst oder unbewusst, der Aufteilung des Filmbildes in neun Bereiche und orientieren sich daran.

Das Prinzip der Zwei-Drittel-Regel (englisch: Rule of Thirds) orientiert sich in ihrer Wirkungsweise am sog. goldenen Schnitt.

Augenlinie als Maß bei der Bildgestaltung

Willst du eine Person von nahe oder mit einer Einstellung zeigen, musst du entscheiden, wie du deinen Darsteller vor der Kamera platzierst. Dies tust du, indem du dich an den Augen der Person orientierst. Auch hierzu gibt es eine einfache Regel:

Der obere Teil des Kopfes darf angeschnitten werden. Umgekehrt muss das Kinn immer (!) im Bild sichtbar sein.

Der Film Zuschauer empfindet eine solche Bildkomposition als natürlich, weil er sich im Dialog mit einer realen Person auch an der Augenlinie orientiert.

Bildschwerpunkt und Symmetrie bei der Bildkomposition

Jedes Bild und jede Fotografie prüft unser Hirn in Sekundenbruchteilen auf Symmetrien. Gleichzeitig versucht unser Auge festzustellen, wo der Schwerpunkt (man könnte auch sagen: Das Zentrum) eines Bildes in der Komposition gelegt wurde.

Man darf sich dabei die Bildkomposition nicht als flaches Bild vorstellen. Es gilt, auch die räumliche Tiefe, also die Perspektiven, in diese Beurteilung einzubeziehen.

Als aufmerksame Leser hast du natürlich bemerkt, dass absolute Symmetrie bei der Bildgestaltung und die Zwei-Drittel-Regel sich beißen. Werden beide Gestaltungsprinzipien jedoch ganz gezielt, gerne auch im gleichen Video, eingesetzt ist die Wirkung äußerst kraftvoll.

Beachte dabei auch, dass Symmetrien nicht absolut, sondern auch relativ sein können. Das Gesicht eines Darstellers links im Bild kann rechts mit einem Requisit von gleicher Dominanz ausgeglichen werden.

Andere Gestaltungselemente, die den Blick des Zuschauers führen

Das Auge des Betrachters lässt sich bei der Filmkomposition nicht nur mit der Zwei-Drittel-Regel, der Augenlinie eines Schauspielers, Symmetrien und Bildschwerpunkten führen.

Perspektiven und sogenannte Bildfluchten funktionieren bei der Bildkomposition wie Leitplanken. Als Linien führen sie das Auge an einen Punkt im Bild. Dies geschieht, bedingt durch die Art wie das menschliche Gehirn Bilder versteht, reflexartig und unbewusst. Für den Regisseur eine großartige Gelegenheit, den Blick des Zuschauers dramaturgisch geschickt auf Dinge zu lenken, die er scheinbar eigenständig entdeckt.

Führen und verführen lässt sich der Blick des Zuschauers bei der Bildkomposition auch mit Schärfezonen oder gezielter Lichtsetzung. Unscharfe Bildteile werden als weniger wichtig empfunden als klar erkennbare Bildinformationen. Liegen einzelne Bereiche des Bildes im Dunkeln (der Kameramann spricht dabei von „das Bild absaufen lassen“), gewichtet unsere Wahrnehmung die helleren Teile als wichtigere Informationen.

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Der Author: Udo Schlögl
Der Author: Udo Schlögl

Fotograf und Filmemacher mit über 20 Jahren Erfahrung

Auf einen Blick

Die Regeln für die Gestaltung von Fotos und Filmbildern unterscheiden grundsätzlich nicht. Trotzdem ist die Komposition bei Video anspruchsvoller, weil jede Einstellung ein Anfang und ein Ende hat und die dazwischenliegenden Einzelbilder sich voneinander unterscheiden.

Zwei-Drittel-Regel
Bewährte Mittel der Bildkomposition sind die Zwei-Drittel-Regel, die Orientierung an der Augenlinie, das Setzen eines Bildschwerpunkts und die Führung des Zuschauerblickes durch Perspektiven, Schärfezonen und die Lichtsetzung.

Widerspruch
Symmetrien widersprechen einigen bekannten Regeln der Komposition von Bildern. Trotzdem können sie – gezielt eingesetzt – in Kombination mit diesen, sehr kraftvoll wirken.

Es ist erwiesen, dass wir über 80% aller Informationen allein über die Augen wahrnehmen und in der Wahrnehmungskette die visuellen Reize an erster Stelle stehen.

Der Mensch denkt und fühlt in Bildern und die stärksten Emotionen werden durch Bilder hervorgerufen. Geräusche, Sprache und Musik verstärken die Eindrücke.

Bilder im Allgemeinen und Videos im Speziellen können dabei helfen, eine Botschaft schneller und eindrucksvoller zu kommunizieren als das mit Text möglich wäre.

Bei Text müssen vom Gehirn die einzelnen Schriftzeichen zuerst dekodiert und zu Wörtern zusammengefasst werden. Meist ergeben erst mehrere Wörter in Kombination Sinn. Und das braucht Zeit.

Bilder werden als Ganzes in Bruchteilen von Sekunden erfasst und interpretiert.

Videos sind daher eine einfache und effektive Möglichkeit, emotionale Botschaften zu transportieren.

Ob ein Videos qualitativ gut ist, wird nicht an technischen Faktoren festgemacht. Du brauchst zwar ein gewisses Maß an fotografischen Know-How um ansprechende Bilder zu gestalten, aber vor allem eine gute Story, die mit guten Bildern verstärkt wird.

Warum „The Blueprint“

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ist ein System das dir hilft, deine Videos kosten- und zeiteffizient nach einer wiederverwendbaren Vorlage herzustellen.

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